Eine Reise durch die Physiologie

XVII.       XVIII. Integration der Organsysteme


Integrierte Auswirkungen von Stress auf Gehirn und Körper 

Anpassung des Körpers an Sauerstoffmangel

Atemgase, hypo- und hyperbare Umgebung

Anpassung an klimatische Bedingungen (Hitze / Kälte, Luftfeuchtigkeit u.a.)

Neuroendokrin-immunologische Querbeziehungen

Einfluss von 'lifestyle'-Faktoren auf physiologische Eigenschaften des Organismus

Interaktion von Organen

Physiologie der Haut

Lebensalter und Körperfunktionen


Integrative Physiologie bemüht sich um ein Gesamtbild, um das Verständnis der Lebensfunktionen zu vertiefen und praktisch besser anwendbar zu machen. Das bedeutet auch Interdisziplinarität: Beispielsweise stützt sich Psychoneuroimmunologie auf Aspekte der Physiologie, Neurowissenschaften, Immunologie, Pharmakologie, Molekularbiologie, Psychiatrie, Verhaltensmedizin, Infektiologie, Endokrinologie oder Rheumatologie.

Stress ist aus physiologischer Sicht ein Reiz, der ein System belastet; die Reaktion darauf sind Stressantworten. Diese betreffen z.B. Gehirn und Psyche, Herz und Kreislauf, Nierenfunktion, Hormonsysteme, Energiehaushalt, und diese können individuell unterschiedlich interagieren. Patienten mit hoher Resilienz ("Optimisten") stecken belastende Situationen besser weg als solche, die defensiv reagieren ("Pessimisten"). Das dabei auftretende Adaptationssyndrom (Selye) wird in Alarmreaktion (akute neuro-endokrine Stressantworten), Widerstandsphase (Coping, Adaptation) und - bei Überforderung - Erschöpfungsphase eingeteilt.

Spezifische Stress-Situationen können z.B. hoher (Hyperbarie) oder niedriger Druck (Hypobarie), hohe (Hyperthermie) oder niedrige Körpertemperatur (Hypothermie) sein. Kann der Stressor nicht unmittelbar rückgängig gemacht werden, besteht die Anpassung in Kompensationen mit unterschiedlichem Zeitverlauf (z.B. Muskelzittern bei Wärmeverlust, veränderte Sauerstofftransportkapazität bei Hypoxie etc).

Die Haut (≈5 kg schwer, 2-3 mm dick) ist das Verbindungsorgan zwischen Körperinnerem und Außenwelt. An ihrer Oberfläche (≈2 m2 bei erwachsenen Personen) werden Sinnesreize aufgenommen und weitergeleitet (≈80 km Nervenfasern). Sie bietet physikochemischen Schutz, ist Aufenthaltsort von ≈1012 Mikroorganismen (Hautflora) und dementsprechend immunologisch gerüstet. Sie vermittelt thermischen Ausgleich und produziert u.a. Schweiß - bis mehrere Liter täglich.

Muskulatur und Fettgewebe ermöglichen nicht nur Bewegung / Kraftentfaltung bzw. Energiespeicherung / Reserve: Diese Gewebe produzieren die größte Hormonmenge von allen endokrin aktiven Organen.

Sehr viele physiologische Funktionen sind in Art und Ausprägung vom Lebensalter abhängig - und damit auch deren Normwert-Referenzbereiche. Neugeborene haben das höchste Entwicklungspotential, ihre Organe sind oft noch nicht voll belastungsfähig. Die meisten Funktionen sind im frühen Erwachsenenalter optimal entwickelt. Wie Altersabhängigkeiten zu beurteilen sind, hängt von vielen Faktoren ab (Funktions- und Leistungseinbußen vs. Erfahrung, Wissen, Handlungsstrategien), die medizinisch entsprechend berücksichtigt werden müssen.

© H. Hinghofer-Szalkay