


Anämie: ἀν = ohne, αἷμα = Blut| Eisen
ist reaktionsfreudig, bildet verschiedene Oxidationsstufen und vermittelt -
oxidativ / reduktiv - die intrazelluläre Elektronenübertragung. Zahlreiche Oxidoreduktasen nehmen Eisen für ihre Funktion zu Hilfe. Auch in Zytochromen (Atmungskette) und Schwefelkomplexen wird Eisen benötigt. Vor allem dient Eisen in Hämoglobin (75% des Körpereisens) und Myoglobin (5%) als Bestandteil des Häm-Komplexes, über den Sauerstoff reversibel gebunden wird (Atemgastransport). Anämie - reduzierte Sauerstoff-Transportfähigkeit - ist ein weltweites Problem, das meist durch alimentären Eisenmangel (geringes Fleischangebot) bedingt ist. Der Körper einer erwachsenen Person enthält etwa 3-4 g Eisen, kaum mehr als 1 mg täglich muss neu zugeführt werden (Eisen ist ein Spurenelement). Eisen wird weder von den Nieren noch vom Darm ausgeschieden - ein Verlust nach außen findet fast ausschließlich über Blutverlust statt. Reguliert wird die Eisenbilanz über die Aufnahme in den Körper: An der apikalen Membran der Darmschleimhautzellen sorgen Häm-Transporter für die Aufnahme, an der basolateralen Membran Ferroportin für die Weitergabe an die Blutbahn und Hephästin für die Oxidation von zwei- zu dreiwertigem Eisen. Die Leber bildet Hepcidin, und zwar umso stärker, je mehr Eisen bzw. Sauerstoff im Körper zur Verfügung steht: Es blockiert Ferroportin, auf diese Weise wird die Eisenresorption gehemmt - der Darm nimmt nur so viel Eisen auf, wie im Stoffwechsel benötigt wird ("Eisenbremse"). Im Kreislauf dient Transferrin dem Eisentransport, es gibt dem Plasma seine bernsteinartige Färbung; normalerweise ist es nur zu etwa 30% mit Eisen beladen, seine Eisenbindungskapazität ist nicht ausgeschöpft. In den Zellen wird Eisen an Transferrin angelagert gespeichert; je mehr Eisen im Körper vorhanden ist, desto mehr Transferrin ist im Blutplasma nachweisbar. |
Kinetik des Eisens
Eisenreserven im Körper
Steuerung des Eisenaustauschs
Hepcidin
Transferrin
Transferrinsättigung
Ferritin
Hephästin
Core messages
Zur Interaktiom von Darm (Resorption), Leber (Speicherung), Knochenmark (Erythropoese), Milz (Ery-Abbau) und Nieren (Erythropoetin) s. auch dort

Abbildung: Regulation der Eisenresorption
Zur Eisenresorption im Darm s. dort
Abbildung)
ist der einzige bekannte Transporter, der Eisen aus der Zelle in den
Extrazellulärraum befördert (und auch andere Spurenelemente: Zink,
Kobalt, Nickel). Ferroportin regelt nicht nur die intestinale
Eisenaufnahme, sondern auch die Abgabe von Eisen aus Makrophagen in
Leber und Milz.
Ferroportin
(ferroportin-1, solute carrier family 40 member 1 SLC40A1, iron.regulated transporter 1 IREG1) ist das einzige bekannte Transmembranprotein, das Eisen in den Kreislauf bringen kann (aus intestinalen Mukosazellen, die Eisen aus dem Chymus aufnehmen, und aus Makrophagen, die Eisen aus dem Körper zurückgewinnen). Ferroportin wird durch das hepatische Proteohormon Hepcidin
gesteuert. Das Wechselspiel dieser beiden Proteine ist die Grundlage des
Eisenhaushalts im Körper.
Hepcidin
ist ein von der Leber produziertes Hormon, das an
Ferroportin bindet, dessen Eisen-Export blockiert (der
Ferroportin-Hepcidin-Komplex wird in der Folge lysosomal abgebaut) und
somit den Übertritt von Eisen in den Kreislauf reguliert.
Dieser Blockademechanismus ist rasch aktivierbar und reversibel. Die
hepatische Hepcidinsynthese hängt von den verfügbaren Eisenspeichern
des Körpers ab: Bei Anämie ist der Hepcidin-Serumspiegel niedrig, bei
hoher Eisenverfügbarkeit ist er hoch.
Zeichen der Anämie sind in Asien schon seit mindestens viertausend
Jahren bekannt. Schwerer Eisenmangel (Sideropenie
) wurde seit dem Mittelalter als Chlorose
("Bleichsucht") beschrieben. Der Engländer Thomas Sydenham
behandelte Anämikerinnen erstmals mit Eisensalzen und berichtete über
die Wirkung: ".. the effects of steel on chlorosis: The pulse
gains
strength and frequency, the surface warmth, the face - no longer pale
and deathlike - a fresh ruddy color..".
Sauerstofftransport: Fe als Anlagerungsstelle für O2 in in Hämoglobin und Myoglobin (1 g Hämoglobin
enthält 3,5 mg Eisen) - und damit im Zentrum des Sauerstofftransports.
Elektronentransport: Fe als Cofaktor für Oxidoreduktasen und Zytochrome. Eisen-Schwefel-Komplexe sind Bestandteile von Atmungskettenkomplexen (I bis III); zahlreiche Enzyme
sind nur mit Eisen funktionsfähig. Wegen all dieser wichtigen
Eigenschaften ist Eisen unverzichtbar für Energiestoffwechsel,
Intermediärstoffwechsel, Nukleotidsynthese, Signalwege und Immunabwehr. Eisen ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, z.B. Cytochromen, Katalase, Guanylylcyclase etc.
(Blutarmut) verursacht. Dies betrifft vor allem Frauen: Der
Tagesbedarf (Männer ~1 mg/d) hängt vom Blutverlust ab (Menstruation:
30-60 ml, entspricht 15-30 mg Eisen). Schwangere vor der Niederkunft
brauchen 5 mg/d für die Blutbildung des Feten, was die maximale
Eisentransportkapazität der intestinalen Resorption meist übersteigt.
Fast jede zweite menstruierende Frau hat Eisenmangel (niedrige
Ferritinwerte).
s. dort).
Abbildung: Kinetik des Körpereisens: Aufnahme, Verteilung, Ausscheidung
Abbildung oben. 
Abbildung), die ausgemusterte Erythrozyten aufnehmen (Milz), abbauen, das gewonnene Hämeisen
zwischenspeichern (sie sind reich an Ferritin) und - hauptsächlich zur
Neusynthese von Hämoglobin im roten Knochenmark - rezirkulieren.
zweiwertiger Form (ferrous iron, Fe++ - so tritt es
durch Zellmembranen. Darmschleimhautzellen können Eisen nur in zweiwertiger Form resorbieren) und
dreiwertiger Form (ferric iron, Fe+++ - so liegt es
z.B. im Blut an Transferrin, in der Zelle an Ferritin gebunden vor).
Oxidasen: Ferroxidase / Coeruloplasmin (ein kupferbindendes Globulin) oxidiert Eisen: Fe2+ → Fe3+ oder
Reduktasen: Ferrireduktase: Fe3+ → Fe2+.
- überreicht. Dieses transportiert das dreiwertige Eisen, das die Hämoxygenase aus Häm freigesetzt hat. 
Abbildung: Hepcidin und Regulierung der Eisenresorption
Abbildung). Reduziertes Hepcidin erhöht die
Verfügbarkeit und Aktivität von Ferroportin, Eisen wird vermehrt aus
internen Speichern (z.B. Makrophagen, die Erythrozyten abbauen) und aus
der Nahrung gewonnen (Duodenum).
Transferrine sind eisentransportierende Glykoproteine, die von der Leber an den Kreislauf abgegeben werden. Eisenbeladenes
Transferrin gibt dem Blutplasma seine gelbliche Eigenfarbe (Plasma von
Eisenmangelanämie-Patienten ist auffallend blass). Obwohl transferringebundenes Eisen nur einen sehr
kleinen Teil des gesamten Körpereisens repräsentiert (~0,1%), ist es
wegen der hohen Umsatzrate (1 mg/h) enorm bedeutsam. 75% des Transferrins wird für den Eisenbedarf des
Knochenmarks (für die Blutbildung) benötigt.
Der Transferrinrezeptor 1 - TfR1, auch CD71 - findet sich an fast allen Zellen des Körpers, insbesondere an Erythroblasten.
Er ist hauptverantwortlich für die Aufnahme von transferringebundenem Eisen in die Zellen.
Der Transferrinrezeptor 2 - TfR2 - wird nur von einigen Zellen exprimiert (unabhängig vom Eisengehalt in der Zelle).
Als Transferrinsättigung bezeichnet man den Anteil des mit Eisen beladenen Transferrrins im Serum: Erwachsene >15%, Kinder >10%, Senioren >8%, Generell <50%.| Die Transferrinsättigung im Blutplasma beträgt physiologischerweise unter 50% |

Abbildung: Transferrinrezeptor und Eisenresorption
Abbildung).
Abbildung), wo das
Apotransferrin - bedingt durch den höheren extrazellulären pH-Wert, dem
es nun wieder ausgesetzt ist - vom Rezeptor freigesetzt wird und für den Eisentransport im Kreislauf erneut zur Verfügung steht.
Ferritin
ist
ein aus 24 identischen Polypeptid-Untereinheiten bestehender
wasserlöslicher Molekülkomplex. Es stellt einen rasch mobilisierbaren
Speicher dar und hat
einen Eisenanteil (Fe3+)
von 20-25 Gewichts-% (jeder Ferritinkomplex kann bis zu 4500 Eisenionen
einlagern). Ferritin findet sich in so gut wie allen Zellen,
insbesondere in Darmschleimhaut, Phagozyten, Leberzellen und rotem
Knochenmark. Eisenfreies Apoferritin nimmt Eisen in zweiwertiger Form auf, oxidiert (zu Fe3+) und speichert es in dreiwertiger Form - aus der das Eisen leicht mobilisiert und genutzt werden kann. Die biologische Halbwertszeit eisenbeladenen Ferritins beträgt nur wenige Tage.
Umsatz. Der Eisenaustausch im
Körper übertrifft Aufnahme und Verlust (1-2 mg/d) um ein Vielfaches (
Abbildung):
Der Eisenpool im
Blutplasma (transferringebunden) einer
erwachsenen Person beträgt 3-4 mg, der tägliche
Eisenumsatz über den Kreislauf ist zehnmal so groß (30-40
mg/d). Der Großteil davon (~80%) entfällt auf die Blutbildung (frisch
gebildete Erythrozyten verbleiben für vier Monate im Kreislauf). 
Abbildung: Umsatz von Eisen im Körper einer erwachsenen Person
![]() Eisenspeicher (mg/kg KG, gerundete Mittelwerte) ![]() Nach Goodman & Gilman's Manual of Pharmacology and Therapeutics, 2nd ed., McGraw Hill Education 2014 ![]() |
||
| |
Männer |
Frauen |
| Hämoglobin |
31 |
28 |
| Myoglobin, Enzyme |
6 |
5 |
| Speichereisen |
13 |
4 |
| Gesamt |
50 |
37 |
| Eisen im Körper (gerundete Mittelwerte, Männer, 70 kg KG) ![]() Nach Ritter / Flower / Henderson / Loke / MacEwan / Rang, Rang & Dale's Pharmacology, 9th ed. Elsevier 2020 |
||
| Protein |
Gewebe |
Eisengehalt (mg) |
| Hämoglobin |
Erythrozyten | 2600 |
| Myoglobin |
Muskel |
400 |
| Enzyme |
Leber und andere Gewebe |
25 |
| Transferrin |
Plasma, extrazelluläre Flüssigkeiten | 8 |
| Ferritin und Hämosiderin |
Leber Milz Knochenmark |
410 48 300 |
Der größte Teil des Körpereisens (~70%, oder 2000 bis 4000 mg) befindet sich im Hämoglobin der Erythrozyten;
ein Liter Vollblut (Hkt ~ 0,4) enthält ~500 mg Eisen (ein Liter
Erythrozytenkonzentrat mindestens 1 Gramm). Bei einem Blutvolumen von 5 Litern
ergibt sich (bei normalem roten Blutbild) z.B. 2-3 g "Bluteisen". Weiters findet sich Eisen im Häm des
Myoglobins der Muskulatur (~10%, oder ~300 mg). Hämeisen dient dem Sauerstofftransport.
Etwa 1/3 des Gesamtspeichers (1000 - 1500 mg) verteilt sich auf Leber (~1000 mg), das Monozyten-Makrophagen-System und das Knochenmark. Mehr als die Hälfte dieses Anteils (~60%) gilt als Speichereisen (storage iron), der Rest (~40%) als Funktionseisen (essential iron).
Nur etwa 3 mg (0,1% des gesamten Eisenspeichers) zirkulieren an Transferrin gebunden in der Blutbahn.
gespeichert:
Um Eisen aus Ferritin wieder freizusetzen, muss es aus der dreiwertigen (Fe+++) in die zweiwertige Form (Fe++)
übergeführt (reduziert) werden. Ferritingebundenes Eisen im Blutplasma
steht in einem Äquilibrium mit den zellulären Eisenspeichern in den
Geweben.
Bei
Eisen-Überangebot wird immer mehr Ferritin gebildet (um das toxische
Eisen zu binden), das dann zum Teil lysosomal zu Hämosiderin mutiert. Dies ist eine partiell abgebaute Form von Ferritin;
hier liegen die eisenhältigen Kerngebiete mehrerer Ferritinmoleküle in
aggregierter Form vor, ein Teil der Proteinhülle der Ferritinkomplexe
fehlt bereits. Hämosiderin enthält 30-35 Gewichts-% Eisen (Ferritin 20-25%), es ist
kaum (und wenn, dann unkontrolliert) mobilisierbar.
s. auch dort
Steigender Eisenspiegel stimuliert die Bildung von Hepcidin (weniger Fe betritt die extrazelluläre
Flüssigkeit - negative Rückkopplung) - Hepcidin fungiert als "Eisenbremse".
Umgekehrt hemmen Eisenmangel, Hypoxie und Anämie
die
Hepcidinbildung (Lösung der "Eisenbremse", verbesserte
Eisenverfügbarkeit). Die Hemmung der Hepcidinsynthese erfolgt unter
Beteiligung einer Serinprotease (Matriptase 2); Mutation des
Matriptase-Gens enthemmt die Hepcidinbildung und führt zu schwerer
Eisenmangelanämie, die resistent auf orale Eisengabe ist (IRIDA-Anämie:
Iron therapy refractory iron deficiency anemia).
Viel Eisen → Hepcidin↑→ Ferroportin↓→ Eisenresorption↓
Wenig Eisen → Hepcidin↓→ Ferroportin↑→ Eisenresorption↑
s. dort). Umgekehrt führt erhöhtes Eisenangebot zur Reduktion der Transferrinbildung, totale und latente EBK nehmen ab.

Abbildung: Der intrazelluläre Eisenspiegel steuert die Ferritin-Expression
Abbildung) und Transferrinrezeptoren (Endozytose)
feinregulieren.
s. dort). In der Darmschleimhaut legt der Körper eine transiente Eisenreserve an, Steuersubstanzen beeinflussen die Eisenfreisetzung:
Die Ferri-Reduktase DMT1 (Divalent metal transporter) am Bürstensaum der Enterozyten reduziert in der Nahrung vorhandenes dreiwertiges Nonhäm-Eisen zu Fe2+, damit es resorbiert werden kann. Mit zunehmendem Eisenspeicher im Körper nimmt ihre Expression ab - das heißt, je besser der Körper mit Eisen versorgt ist, desto weniger Eisen kann im Darm aufgenommen werden.
Das in die Enterozyten aufgenommene Eisen
speist als labiler Eisenpool den (hauptsächlich mitochondrialen) Stoffwechsel. Es kann weiters als "eiserne Reserve" an Ferritin gebunden verbleiben. Sollte der Eisenbedarf des
Organismus plötzlich steigen, kann das Eisen von hier mobilisiert und
dem Körper zur Verfügung gestellt werden; wenn nicht, geht es innerhalb
weniger Tage mit den Mukosazellen über den Stuhl verloren: Schleimhaut-Desquamation.
Wird Eisen vom Körper benötigt, wird es von den Enterozyten basolateral als Fe2+ über Ferroportin in den Kreislauf freigesetzt.
Hephästin
(hephaestin HEPH) ist die unmittelbar neben Ferroportin lokalisierte Ferroxidase, welche das Eisen wieder zu Fe3+ oxidiert (
Abbildung).
Es ist ein Transmembranprotein, das vor allem im Dünndarm von
Epithelzellen der (Eisen resorbierenden) villi intestinales (nicht in
den Krypten) exprimiert wird. Eisen kann im Blut auch durch Coeruloplasmin oxidiert werden - es wirkt ebenfalls als Ferroxidase und ist dem Hephästin homolog (ähnliche Aminosäuresequenz). 
Abbildung: Eisenstoffwechsel: Makrophage
CD163, ein Scavenger-Rezeptor für den Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex auf Monozyten / Makrophagen
DcytB, duodenales Cytochrom B beschleunigt die Reduktion von Eisen
DMT-1, Divalent metal transporter befördert zweiwertiges Eisen in Darmzelle
HCP-1, Haem carrier protein 1 ist ein Häm-Rezeptor an der luminalen Oberfläche der Enterozyten, über den Hämeisen aufgenommen werden kann
HO-1, Hämoxygenase ist ein mikrosomales Enzym, das Eisen oxydiert
ISC, Iron-sulfur cluster, Eisen-Schwefel-Komplexe, die enzymatisch aktiv sind
Nramp-1, Natural resistance-associated macrophage protein 1, ein eisentrasportierendes Protein
Steap3, eine Metalloreduktase, reduziert Fe3+ zu Fe2+
Tf, Transferrin
TfR1, Transferrinrezeptor 1
Abbildung). Hämgebundenes Eisen wird über
Hämoxygenase freigesetzt. Der Großteil des Plasma-Ferritins stammt aus Makrophagen.
Abbildung) sind die hauptsächlichen Eisenkonsumenten im Körper. Sie nehmen Eisen über den Transferrinrezeptor 1
auf; jeder
Erythroblast verfügt über einige 105 Transferrinrezeptoren. Die Aufgabe der Eythroblasten ist die Bildung roter Blutkörperchen (Erythropoese).
Abbildung: Eisenstoffwechsel: Erythroblast
CD163, ein Scavenger-Rezeptor für den Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex auf Monozyten / Makrophagen
DcytB, duodenales Cytochrom B beschleunigt die Reduktion von Eisen
DMT-1, Divalent metal transporter befördert zweiwertiges Eisen in Darmzellen
FLVCR, ein Transporterprotein
HCP-1, Haem carrier protein 1 ist ein Häm-Rezeptor an der luminalen Oberfläche der Enterozyten, über den Hämeisen aufgenommen werden kann
HO-1, Hämoxygenase ist ein mikrosomales Enzym, das Eisen oxydiert
ISC, Iron-sulfur cluster, Eisen-Schwefel-Komplexe, die enzymatisch aktiv sind
Nramp-1, Natural resistance-associated macrophage protein 1, ein eisentrasportierendes Protein
Steap3, eine Metalloreduktase, reduziert Fe3+ zu Fe2+
Tf, Transferrin
TfR1, Transferrinrezeptor 1

Abbildung).
Zu Eisen und Schwangerschaft s. dort
s. dort.
Eisen nimmt Elektronen auf oder
gibt sie ab (Fe2+ / Fe3+),
es übernimmt Elektronentransport als Cofaktor für Oxidoreduktasen und
Zytochrome. Eisen tritt in zweiwertiger Form durch Zellmembranen;
gebunden an Ferritin (Zelle) oder Transferrin (Blut) ist es dreiwertig.
Oxidasen (Ferroxidase, Coeruloplasmin) oxidieren Eisen (Fe2+ → Fe3+), Reduktasen (Ferrireduktase) reduzieren es (Fe3+ → Fe2+) Eisen-Schwefel-Komplexe sind Bestandteile von
Atmungskettenkomplexen; zahlreiche Enzyme sind nur mit Eisen
funktionsfähig (Energiestoffwechsel, Intermediärstoffwechsel,
Nukleotidsynthese, Signalwege, Immunabwehr) Eisenresorption: Über die apikale Enterozytenmembran wird Hämeisen über
einen
Hämtransporter (HCP-1) aufgenommen und intrazellulär als Fe2+ freigesetzt. Nicht-Häm-Eisen (Fe3+) wird zu Fe2+ reduziert und über einen Transporter (DMT1) aufgenommen. An der basolateralen Membran gelangt Fe2+ über Ferroportin aus der Zelle, wird durch die Ferroxidase Hephästin zu Fe3+ oxidiert und an Transferrin im Blut weitergereicht. Mit der Nahrung
muss, entsprechend dem niedrigen Fe-Ausnützungsgrad, ein Mehrfaches der
vom Körper neu benötigten Menge zugeführt werden Der Eisenspeicher im Körper einer erwachsenen Person beträgt
normalerweise 3-5 Gramm (Männer 40-60 mg/kg, Frauen 30-45 mg/kg).
Ohne Blutverlust geht dem Körper pro Tag ca. 1 mg Eisen verloren: Dieser unregulierte Verlust ergibt sich aus abgeschilferter
Darmschleimhaut, Galle (Stuhl ~70%), Hautschuppen, Haaren, Nägeln, Harn, Schweiß. Darüber
hinausgehender Bedarf hängt vom
Blutverlust ab (Menstruation: 30-60 ml, entspricht 15-30 mg Eisen).
Schwangere
vor der Niederkunft brauchen 5 mg/d für den Feten. Der größte Teil des
Körpereisens (~70%) befindet sich im Hämoglobin der Erythrozyten.
Eisenmangel bewirkt Anämie (Blutarmut) Bei normalen Eisenreserven und intakter Blutbildung produziert die
Leber Hepcidin. Hohe Plasma-Hepcidinspiegel reduzieren die Aktivität
von Ferroportin, resorbiertes Eisen gelangt nicht weiter in das Blut -
es bleibt in der Mukosa und wird über die Abschilferung des Epithels
wieder entfernt (Mukosablock, "Eisenbremse"). Hypoxie oder Eisenmangel
hingegen blockiert die Produktion von Hepcidin, die Aktivität von
Ferroportin steigt, Eisen gelangt in das rote
Knochenmark. Blutbildung, Hämatokrit und Sauerstoff-Transportkapazität
nehmen zu
Beim Abbau gealterter Erythrozyten (Milz) bauen Phagozyten Hämoglobin
zu Aminosäuren und Häm ab, das eine Hämoxygenase in Fe3+
und Biliverdin verwandelt. Peritubuläre Fibroblasten der Nierenrinde
bilden bei reduzierter Sauerstoff- oder Eisenverfügbarkeit
Erythropoetin, dieses regt die Hämatopoese an. Hypoxie und Eisenmangel
fördern die Eisenresorption im Darm
Ferritin ist wasserlöslich, rasch mobilisierbar (Darmschleimhaut,
Phagozyten, Leberzellen, rotes Knochenmark) und hat einen Eisenanteil
von 20-25 Gewichts-% (bis zu 4500 Eisenionen pro Ferritinmolekül). 1
µg/l Serumferritin entspricht bei einer gesunden Person ~10 mg
Speichereisen Die Verfügbarkeit von Sauerstoff im Gewebe steuert die intestinale
Fe-Resorption. Im Gewebe reguliert das Eisenangebot posttranskriptionell die Synthese von
Apoferritin und Transferrinrezeptoren: Zellen mit viel Eisen
synthetisieren vermehrt
Apoferritin (Eisenspeichermoleküle) und vermindert
Transferrinrezeptoren (Schutz vor Eisenüberlastung) |
